Mission Briefing

Unter dem Motto „Mission Smart Q“ diskutiert die Q-Community auf dem DGQ-Qualitätstag, wie das QM die Zukunft aktiv mitgestalten kann. Wir haben im Vorfeld mal nachgefragt, was die Mission Smart Q für unterschiedliche Akteur:innen bedeutet und welche Themen sie in diesem Zusammenhang bewegen.

„Der DGQ-Qualitätstag 2026 wird zum Entwicklungsraum für Smart Q“

Große Datenmengen, künstliche Intelligenz und neue Anforderungen verändern das Qualitätsverständnis und den Auftrag an das Qualitätsmanagement. Claudia Welker, Geschäftsführerin der DGQ, erklärt im Interview, warum klassische Ansätze allein nicht mehr ausreichen, was hinter „Smart Q“ steckt und wie der Qualitätstag 2026 dazu neue Impulse setzt.

Frau Welker, das Motto des Qualitätstags 2026 lautet „Mission Smart Q“. Was verstehen Sie unter „Smart Q“?

Claudia Welker: „Smart Q“ beschreibt ein zeitgemäßes, zukunftsorientiertes Qualitätsverständnis. Es basiert auf der notwendigen und konsequenten Weiterentwicklung von Qualitätsdenken, QM und den dazugehörigen Werkzeugen, damit Organisationen schneller Entscheidungen treffen und dauerhaft leistungsfähig bleiben. Heute sind Big Data und die Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz mit ganz oben auf der Agenda.  Gleichzeitig begreifen wir Smart Q als einen wesentlichen Stellhebel, um auch gesetzliche und normative Anforderungen – etwa aus KI-Regulierung, Produkthaftung oder Compliance – sicher zu beherrschen und ihre Auswirkungen auf Prozesse und Produkte fundiert zu bewerten.

Weiterhin berücksichtigt Smart Q den Wandel der Qualitätsfunktion in Unternehmen: die Weiterentwicklung von Q-Abteilungen, veränderte Anforderungen an Führung sowie die notwendigen Kompetenzen von Mitarbeitenden im Umgang mit intelligenten Technologien und Systemen.

Mit anderen Worten: Angesichts einer Welt, die in so vielerlei Hinsicht im Wandel ist, muss sich auch Qualität weiterentwickeln – hin zu einem Smart Q. 

Warum sprechen wir in diesem Zusammenhang von einer Mission?

Claudia Welker: Angesichts der zahlreichen derzeitigen geopolitischen Herausforderungen und der Auswirkungen auf die Lieferketten, vor allem auch vor dem Hintergrund der rasanten technologischen Entwicklung müssen wir feststellen, dass bisherige Methoden und Ansätze nicht mehr ausreichen und weiterentwickelt werden müssen. Das war für uns bei der DGQ ausschlaggebend, um zu sagen: Da müssen wir ran, und zwar mit vereinten Kräften.

Das bedeutet für uns, dass wir uns in den kommenden Monaten inhaltlich verstärkt mit smarten Q-Themen beschäftigen werden: Im Rahmen von DGQ-Netzwerkveranstaltungen- und Netzwerkarbeit sowie in DGQ-Trainings. 

Woher stammt der Auftrag zu dieser Mission?

Claudia Welker: Den Auftrag müssen wir uns selbst geben und leben. Wenn wir Qualitätsverantwortliche uns des Themas nicht annehmen, wird das Q weiter an Bedeutung verlieren. Gerade in diesen Zeiten ist es umso bedeutender, dass wir uns immer wieder vor Augen halten: Qualität ist und bleibt ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Daher müssen wir Sorge dafür tragen, dass das auch in Zukunft so bleibt, und die notwendigen Voraussetzungen dafür schaffen.

Wichtig ist uns dabei, dass wir es gemeinsam anpacken. Die Mission lebt nicht zuletzt von den unterschiedlichen Perspektiven und den vielfältigen Kompetenzen, die die Menschen einbringen. Daher ist es uns wichtig, dass jede und jeder seinen individuellen Input gibt und seine Perspektiven einbringt.

Wie greift der DGQ-Qualitätstag die Mission Smart Q auf?

Smart Q ist unser Leitmotto am 19. November dieses Jahres, bei dem wir zahlreiche spannende aktuelle Impulse rund um Smart Q erleben und gemeinsam aktiv daran arbeiten werden. Der Qualitätstag greift das Thema Smart Q aus fünf verschiedenen Perspektiven auf: Im Fokus stehen dabei der Einsatz künstlicher Intelligenz in Managementsystemen sowie Data Analytics und KI in der industriellen Produktion. Darüber hinaus beleuchten wir mit „Smart Supplier Quality“ den Einsatz von KI im Einkauf und in der Lieferkette. Auch rechtliche Fragestellungen werden unter dem Stichwort „Smart Compliance“ – etwa mit Blick auf den AI Act oder Produkthaftung – thematisiert. Ergänzt wird das Programm durch den Schwerpunkt „Back to Business“, der den Beitrag von Qualität zur Wertschöpfung des Unternehmens in den Mittelpunkt stellt.

An diesen fünf Themenblöcken wollen wir anlässlich des DGQ Qualitätstags am 19. November gemeinsam mit unseren Mitgliedern, Kunden und Interessierten arbeiten. Der Qualitätstag wird damit zu einem Entwicklungsraum für Smart Q, in dem wir neue Impulse für die Zukunft eines smarten QM setzen. Wir freuen uns jetzt schon auf spannende Impulse und interaktive Workshops zu Zukunftsthemen, die uns alle bewegen. 

Wer sollte sich aus Ihrer Sicht alles auf die Mission Smart Q begeben?

Jede Person, die für Qualität in Organisationen steht – unabhängig vom Funktionsbereich. Denn ein Großteil der qualitätsrelevanten Aufgaben findet außerhalb der Q-Abteilungen statt. Es ist entscheidend, dass wir gemeinsam aktiv werden und uns der Verantwortung annehmen. Innovation lebt von den unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungsschätzen, die jeder von uns mitbringt. Das macht den Austausch und die Zusammenarbeit auf dem Qualitätstag, aber auch darüber hinaus so wertvoll.

Dabei freuen wir uns auf langjährige Begleiter:innen aus unserer DGQ-Community, aber auch auf neue Gesichter und Perspektiven. Ob Berufseinsteiger:innen, Kolleg:innen aus Einkauf, Logistik, Produktion, Compliance, IT, Organisationsentwicklung oder „Qualitäter“, die schon mitten im Q-Leben stehen: Begeben Sie sich gemeinsam mit uns auf die Mission Smart Q und lassen Sie uns das Q zukunftsfähiger machen.